Der Himmel geht auf in dieser Kirche, einem Gesamtkunstwerk, gestaltet von den besten Künstlern der Region. An der Decke erstrahlt Gottes Herrlichkeit. Aus dem goldenen Dreieck breitet sich zwischen weißen Wölkchen der Strahlenkranz des Lichtes aus über den ganzen Raum. Engel mit Kinder- und Frauengesichtern bilden den himmlischen Hofstaat und schauen wie das Auge Gottes freundlich herunter auf die Menschen. Der Hofstuckateur J. F. Andreioli hat die hübschen oder markanten Gesichter geschaffen, der „privilegierte Kunstmaler in Hof“ H. S. Lohe hat die Decke mit den Bildern zu Psalmversen ausgemalt. So wie er die ganze Kirche in bunte Farben tauchte.
Markgraf Friedrich konnte wohl kein Geld beisteuern, als die Kirche nach einem Brand in den Jahren 1741-49 neu gebaut werden musste. Aber sein Wappen ließ er bei der Orgel anbringen und sein „F“ am Kanzelkorb. Kein Kreuz ist zu finden am Kanzelaltar, der in Rot und Gold gefasst ist. Nur die Vortragekreuze erinnern an Jesu Tod. Dafür erscheint der Auferstandene in der Mandorla und dem Strahlenkranz als Sieger über den Tod und grüßt mit segnender Hand. Mose als Gesetzgeber und Aaron als Hohepriester weisen auf die Erlösung durch Christus hin. Der Kanzelaltar wurde wie der Taufengel mit seiner großen Schale, das wertvolle doppelseitige Lesepult und das Orgelgehäuse vom Hofbildhauer J. G. Räntz gefertigt. Auf dem original erhaltenen Gestühl zeigen kunstvoll aufgemalte Zahlen, wer den jeweiligen Platz gemietet hatte.
Von der mittelalterlichen Wallfahrtskirche ist nur noch eine Steinplatte mit der Kreuzigungsszene an der Kirchmauer erhalten. Der stattliche Turm geht auf die alte Kirche zurück, die von der kleinen Gemeinde mitten im 30-jährigen Krieg mit Eigenmitteln wieder aufgebaut werden musste.